Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer: Crowdfunding für die „MS Seawatch“

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Während Europa weiter Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, ist das private Rettungsschiff „MS Seawatch“ aus dem Hamburger Hafen ausgelaufen, um Flüchtlingsbooten in Seenot Erste Hilfe zu leisten. Für den laufenden Betrieb braucht das mit ehrenamtlicher Hilfe angeschobene Projekt aber finanzielle Unterstützung: Auf der Plattform Kiezhelden vom FC St. Pauli läuft derzeit ein Crowdfunding.


YouTube: Schiffsumbau der Sea Watch in Hamburg (via urbanshit)

Das “Sea-Watch”-Projekt im Mittelmeer soll Mitte Mai 2015 beginnen und ist zunächst für 3 Monate geplant. Danach werden wir ein Resümee ziehen und das Projekt bei positivem Ergebnis verlängern.

Die „Basisstation“ für unsere Aktion wird sich im EU-Staat Malta befinden.Wir werden dort ein Camp als Anlaufstation für Crew-Mitglieder und Unterstützer vor Ort einrichten. Dort wird sich auch ein Lager für Rettungs- und Ausrüstungsgegenstände für das Boot befinden. Eine weitere Anlaufstation zum Tanken und erforderlichen Crew-Wechsel wird auf Djerba in Tunesien eingerichtet werden.

Das Schiff wird in Malta mit 4-8 Personen Besatzung für ca. 12 Tage in See stechen und je einen Tag zum oder vom Zielgebiet unterwegs sein. Während 10 Tagen soll im Gebiet nordwestlich der libyschen Küste (außerhalb der 12 Meilen Zone) ein Suchmuster abgefahren werden. Die Suche erfolgt per Radar, auf Sicht und mit Hilfe einer Aircam und (falls erforderlich) des Beibootes. Bei angekündigtem schlechtem Wetter wird ein Hafen angesteuert. Gleiches gilt, wenn Crew-Mitglieder seekrank werden oder den Aufenthalt an Bord aus anderen Gründen beenden müssen. Für Tankstops und auch zum Crew-Wechsel kann auch die wesentlich näher gelegene tunesische Insel Djerba angelaufen werden, so dass sich der Zyklus ab Malta dann entsprechend verlängert.

Hilfeleistungen

Flüchtlingsboote in diesem Bereich des Mittelmeeres sind (siehe „Problematik“) fast immer überladen und in einem desolaten Zustand, sodass regelmäßig von Seenot ausgegangen werden muss. Sobald ein solches Boot angetroffen wird, können wir folgende Hilfe leisten:

Erstversorgung mit Trinkwasser und Lebensmittelpaketen
Versorgung mit Rettungswesten
medizinische Hilfe (soweit möglich)
(bei akuter Seenot) Einsatz der Rettungswesten und Rettungsinseln
melden des Seenotfalls bei den entsprechenden Behörden und parallel über das AlarmPhone bei watch the Med.

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