Über den angeblich ersten Strafzettel der Welt

strafzettel

Gerade macht auf meinen sozialen Kanälen der angeblich „erste Strafzettel der Welt“ die Runde, der neulich von Mercedes-Benz für eine Werbekampagne verwendet worden ist. Da sich viele fragen ob Fake oder nicht, der Hinweis auf den Artikel von Max Schuler, der für Fudder auf Spurensuche gegangen ist. Ein paar Auszüge seiner Recherche:

Der in der Werbung verwendete Strafzettel existiert tatsächlich – zumindest eine Abschrift davon. Diese liegt im Archiv des Automobilmuseums „PS.Speicher“ im niedersächsischen Einbeck. Dort ist seit 2014 auch das Gefährt zu sehen, mit dem Gütermann damals durch Denzlingen gerast ist […]

Einige Historiker äußerten Zweifel an der Echtheit des in der Werbeanzeige abgebildeten Strafzettels, weil dieser in Schreibmaschinenschrift geschrieben wurde, was um 1895 eher ungewöhnlich war. Die Schrift irritierte auch die Waldkircher Stadtarchivarin Geike. „Schreibmaschinengetippte Schriftstücke treten in den städtischen Akten eigentlich nicht vor 1910 auf.“ […]

Der Ausstellungsleiter des Museums, Sascha Fillies, erklärt die Sache mit der Maschinenschrift. Das liege daran, dass es sich um die Abschrift des originalen Strafzettels handle: „Diese muss Jahre später gemacht worden sein. Mit Maschine hat man 1895 noch nicht flächendeckend gearbeitet – und schon gar nicht in den Amtsstuben“

(via Ronny, Peter Glaser & Co.)

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