Fake News ist Anglizismus des Jahres 2016

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Das kommt jetzt wenig überraschend: Fake News ist zum Anglizismus des Jahres 2016 gewählt worden. Bisherige Anglizismen des Jahres waren: leaken (2010), Shitstorm (2011) und Crowdfunding (2012), -gate (2013), Blackfacing (2014) und Refugees Welcome (2015).

Überzeugt hat die Jury an Fake News neben seiner überwältigenden und anhaltenden öffentlichen Präsenz vor allem, dass es eine Lücke im deutschen Wortschatz füllt, die ohne das Wort fake nicht ganz einfach zu schließen ist. Dies zeigt sich an Versuchen, das Wort etwa durch das bestehende Wort Falschmeldung wiederzugeben, das aber nicht zwischen bewusster Irreführung und ehrlichen Fehlern in der Berichterstattung unterscheidet. Auch die neu geprägte Lehnübersetzung Falschnachrichten trifft diesen Unterschied nicht, da die Doppeldeutigkeit im Adjektiv falsch liegt. Anders als falsch (oder das englische false) bezeichnet das Adjektiv fake bewusste, in Täuschungsabsicht hergestellte Nachbildungen von Dingen – vom Pelz oder dem Reisepass über ein Lächeln bis eben zu Nachrichten. Das Partizip gefälscht, das in der Bedeutung nahe kommt, eignet sich nicht zur Bildung von Komposita, und so bleibt auch die häufigste Eindeutschung nur eine teilweise: Fakenachrichten.

Zur Shortlist 2016 mit zehn weiteren Kandidaten gehts hier. Der Eintrag für Fake News im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache:

  1. falsche oder irreführende Nachrichten (Lesart 1), die absichtlich zum Zweck der Manipulation der öffentlichen Meinung verbreitet werden, vor allem im Internet über soziale Netzwerke
  2. ausgedachte, unwahre Nachrichten, die zu satirischen Zwecken dargeboten werden, vor allem in speziellen Fernsehsendungen oder auf speziellen Webseiten, und dadurch in der Regel als Erfindungen leicht erkennbar sind

Eine ausführliche Laudatio für das Siegerwort gibts im Sprachlog.

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