Lob des Smartphones! (Dirk von Gehlen auf dem Zündfunk Netzkongress 2017)

Dirk von Gehlen hat auf dem Zündfunk Netzkongress ein Lob auf das Smartphone gesungen. In seinem Vortrag geht es aber nicht nur um das Smartphone, sondern generell auch um ein anderes Verhältnis zum Neuen. Und weil Wochenende und Dauerregen: Hier noch eine Playlist mit allen 57 Videos vom ZF2017. Sind interessante Vorträge dabei…

Der Vortrag basiert in weiten Teilen auf dem, was ich im in einem Buch zusammengefasst habe, das im Januar 2018 bei Piper erscheint. Es heißt „Das Pragmatismus-Prinzip“ und fasst im Untertitel zusammen, worum es mir in Vortrag und Buch geht: „Zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen“

Ich glaube, dass es an einem hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft fehlt. Das Morgen ist Optimisten wie hierzulande vor allem Pessimisten ein mit ihren Wünschen und vor allem Sorgen beschriebenes Blatt und viel zu selten ein offener, ein gestaltbarer Raum.

3000 alte Telefonzellen in einem Wald bei Potsdam und was man daraus machen kann


[Eine Meldung von 2014, die gerade wieder bei meinem Twitter rumgeht:]

Die Telekom lagert 3000 alte Telefonzellen in einem Wald nahe Potsdam. Und ja, man kann die Dinger (inzwischen) kaufen. Um einiges billiger als ein iPhone und auch nur unwesentlich schwerer:

Immer wieder erreichen die Telekom private Anfragen, ob der Konzern nicht eine ihrer ausrangierten Telefonhäuschen verkaufen könne, doch bis vor kurzem wurden Interessenten stets mit dem Hinweis abgewiesen, dass man die Zellen noch brauche.

Doch Ende 2013 hat die Telekom begonnen, ihre alten Telefonzellen zum Kauf freizugeben: 450 Euro kostet das gelbe Original „TelH78“, das magenta-graue Modell „TelH90“ ist schon für 350 Euro zu haben, erzählt Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Einzige Bedingung: Käufer müssen die zwischen 250 und 350 Kilo schweren Ungetüme selbst abholen. [Quelle: Der Tagesspiegel]

Falls jemand mit dem Gedanken an eine TelH78 oder TelH90 spielt, hier ein paar UpcyclingIdeen zur Anregung:

Foto: @derfnull

Bei uns im Viertel wird die letzte verbliebene Telefonzelle tagsüber von Obdachlosen zur trocknen Aufbewahrung von Schlafsäcken, Decken und Isomatten genutzt:

Voting zum Jugendwort des Jahres 2017

Unter Jugendlichen so unfly wie ne Noicemail, aber für’s Archiv: Langenscheidt hat wieder sein übliches Verlagsmarketing gestartet und bittet, fürs Jugendwort 2017 zu voten. Die Top 10 werden dann am 17. November einer Jury vorgelegt. Hier die Kandidaten:

  • Teilzeittarzan (Jemand, der sich hin und wieder wie ein Affe verhält)
  • fermentieren (kontrolliertes Gammeln)
  • trumpeten (große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken)
  • Dab (Tanzfigur, bei der eine Hand vors Gesicht und die andere schräg nach oben gehalten wird)
  • Noicemail (nervige Sprachnachricht)
  • sozialtot (nicht in sozialen Netzwerken angemeldet)
  • geht fit (geht klar, passt)
  • Textmarkeraugenbrauen (stark betonte, akkurate Balken anstelle von Augenbrauen)
  • emojionslos (ohne Emojis)
  • Ahnma (versuche, es zu verstehen)
  • tacken (Nachrichten schicken, während man auf dem Klo sitzt, Mischung aus texten und kacken)
  • Was ist das für 1 Life? (Ausdruck von Erstaunen in einer außergewöhnlichen Situation)
  • gefresht (ohne Durst, sitt)
  • Merkules (Mischung aus Angela Merkel und Herkules)
  • napflixen (ein Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen)
  • looten (einkaufen gehen, aus dem Englischen für „Beute“)
  • selfiecide (Tod durch den Versuch, ein Selfie zu machen)
  • belastend (unschön, unangenehm)
  • vong (von)
  • unfly (uncool)
  • tinderjährig (alt genug, die App Tinder® zu nutzen)
  • schatzlos (single)
  • unlügbar (definitiv, unbestritten)
  • I bims (Ich bin)
  • fernschimmeln (nicht am gewohnten Platz chillen)
  • Squad (extrem coole Gruppe)
  • nicenstein (perfekt, allen Wünschen entsprechend)
  • GEGE (Good Game, gg, drückt Zufriedenheit aus, aus dem Computerspiele-Jargon)
  • lit (sehr cool)
  • Bruh (Abwandlung von Bro, Bruder)

(via Sascha)

Langstreckenreisen zu Kurztrips: In einer halben Stunde von Kontinent zu Kontinent fliegen

Vor ein paar Tage hat Elon Musk die überarbeiteten Pläne von Space X für die Besiedlung des Mars vorgestellt. Schlüsselrolle spielt dabei die Rakete BFR („Big Fucking Rocket“ bzw. offiziell „Big Falcon Rocket“), die nebenbei auch Langstreckenreisen auf der Erde revolutionieren soll: Reisende könnten dann – so seine Vision – zum Beispiel mit sportlichen 27.000 km/h in 39 Minuten von New York nach Shanghai fliegen. Ich hab das Video übrigens während einer siebenstündigen(!) Fahrt im FlixBus von Hamburg nach Berlin gesehen und war entsprechend überzeugt…

Sollte es in ein paar Jahren so kommen, könnten Trips mit der BFR allerdings ein paar Euro teurer als mit dem FlixBus Airbus werden und die g-Kräfte für die Passagiere höher als in der Achterbahn, aber was weiß ich schon. Mal sehen, ob die Lernkurve diesmal steiler verläuft als bei der aktuellen Rakete:

Blade Runner 1982 on Blade Runner 2049

Nächste Woche kommt endlich Blade Runner 2 in die Kinos und zu behaupten ich sei gehypt, ist stark untertrieben. Kurz vor der Premiere hat jetzt noch jemand schnell den Blade Runner 2 Trailer mit Clips aus dem alten Blade Runner von 1982 nachgebaut und interessant: Das Original kann optisch nicht nur ganz gut mithalten, sondern sieht stellenweise vielleicht sogar ein bisschen besser aus!?!

(via Jens)