Wahlplakatwende: „Einfach So“ drehen 100 Wahlplakate in Berlin um und schaffen Weißflächen für kreative Nutzung

In der Nacht vom 28. August hat die Gruppe Einfach So in Berlin 100 Wahlplakate umgedreht und die Bewohner animiert, die neu entstandenen Weißflächen für Forderungen an die Politik, Kunst oder nachbarschaftliche Kommunikation zu nutzen. Der Clou an der Wahlplakatwende: Die Aktion ist anscheinend sogar legal (siehe Pressemitteilung). Zudem hat die Gruppe einen offenen Brief an die Parteien und beteiligten Werbeagenturen verfasst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben begonnen, Ihre Wahlplakate umzudrehen. Man könnte damit fragen wollen, ob Ihre Plakate eigentlich zum Nachdenken anregen sollen?

Man könnte damit sagen wollen, dass es für den Informationsgehalt irrelevant ist, ob die Vorder- oder Rückseiten sichtbar sind.

Man könnte damit auch weiße Flächen für Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen.

Man könnte sie umdrehen, um darüber mitzubestimmen, was man im öffentlichen Raum wahrnimmt, ja wahrnehmen muss, und was nicht.

Man könnte Plakate umdrehen, um mit Richard von Weizsäcker zu fragen, was eigentlich der Unterschied zwischen Mitwirkung an der politischen Willensbildung (Art. 21 GG) und Einflussnahme auf die öffentliche Meinung (§1 ParteiG) ist.

Man könnte aus tausend Gründen Wahlplakate umdrehen. Man kann es aber auch einfach so tun.

Herzlichst, Einfach so.

P.S.: Vielleicht eine gute Gelegenheit mit dem Unsinn aufzuhören?

(Fotos: Einfach So | via urbanshit)

Augmented Wahlplakat-Busting zur Berlin-Wahl

Am 18. September 2016 ist in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Dementsprechend ist die Stadt momentan mit Wahlplakaten zugepflastert. Deshalb ruft das Bohemian Browser Ballett zu ein bisschen digitalem Schabernack auf:

Augmented Vandalism macht Spaß und bringt Euch nicht in den Knast! Schickt uns Euer Politikerplakat an augmentedvandalism@gmail.com und werdet unsterblich auf dem Kracher-Tumblr augmentedvandalism.tumblr.com – Mit PhotoSpeak könnt Ihr Gesichter animieren, Face Swaps liefert Face Swap Live.

Bisher sind auf dem Tumblr Augmented Vandalism nur ein paar Videos zu sehen, aber kann ja noch werden.

(via @wahl_beobachter & Rudi)

Adbusting in Berlin: Denkendzettelklebende Menschen für die Demaskierung von Asylkritik und Wutbürgertum

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Die Gruppe „Denkendzettelklebende Menschen für die Demaskierung von Asylkritik und Wutbürgertum“ kurz „DeMefüDeAsWu“ hat letzte Nacht in Berlin rund um den Hauptbahnhof ein paar Werbeplakate wider Bärgida und Asylrechtsverschärfung umgestaltet.

Eine böse Überraschung mussten die RassistInnen von Bärgida am Montag erleben. Rund um den wöchentlichen Treffpunkt der Nazis, den Berliner Hauptbahnhof, haben antifaschistische Plakatkünstler_Innen sogenannte „Adbustings“ angebracht. Dabei veränderte die Gruppe, die sich „Denkendzettelklebende Menschen für die Demaskierung von Asylkritik und Wutbürgertum” (DeMefüDeAsWu) nennt, Werbeplakate, um auf den Rassismus der „besorgten BürgerInnen“ aus der rechten Ecke aufmerksam zu machen. Deren Versuch, sich über aktuelle Diskurse als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft zu positionieren, wird ebenso angeprangert. Darüber hinaus thematisiert DeMefüDeAsWu den Rassismus durch Regierung.

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(Fotos: indymedia | via urbanshit)

Adbusting am Verteidigungsministerium

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Nachdem die Bundeswehr und ihre pseudo hippe Werbekampagne bereits von Peng Collektive schön getrollt worden ist, hat jetzt die „Abteilung zur sichtbaren und inhaltlichen Verschlimmbesserung unhaltbarer Truppenwerbung (AbtVerschlTruWer)“ mit einem Adbusting am Verteidigungsministerium nachgelegt. Der Spruch mit den Arschlöchern gefällt mir gut, beim Rest wäre vielleicht mehr drin gewesen. Nichts­des­to­trotz schöne Aktion!

Nicht einmal mehr im Berliner Kriegsministerium ist die Bundeswehr vor Schmähungen sicher. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden rund um den Bendlerblock veränderte Werbeplakate der Bundeswehr verbreitet. Die Gruppe, welche sich selbst „Abteilung zur sichtbaren und inhaltlichen Verschlimmbesserung unhaltbarer Truppenwerbung (AbtVerschlTruWer)“ nennt, konfrontiert die deutschen Streitkräfte direkt vor ihrer Haustür mit Kritik. Deren aktueller Versuch, sich als selbstverständlichem Teil der Gesellschaft zu positionieren wird ebenso angeprangert, wie die deutsche Interessensvertretung durch die Armee in aller Welt.

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(Alle Fotos: Indymedia unter CC BY-NC-SA 2.0 DE | via Ronny)

600 Ad-Takeovers zur UN-Klimakonferenz 2015 an Pariser Bushaltestellen

Anlässlich der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz 2015 in Paris hat Brandalism dort Werbekästen an Bushaltestellen gekapert und mit 600 Postern von über 80 Künstler/innen bestückt. Ich hab mich erst durch einen Bruchteil geklickt, sind aber schöne Teile dabei.

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(Video-Direktlink | Foto 1: Barnbrook | Foto 2: Revolt Design | Foto 3: Eye Saw | Foto 4: Bill Posters | Foto 5: Dr. D | Foto 6: Shift/Delete | Foto 7: Monstfur/Simpson | Foto 8: Listen04 | via Vandalog)

Wahlplakate from Hell: Bremer Bürgerschaftswahl 2015

From-Hell-Bremen

Der geschätzte Wahlbeobachter alias Martin Fuchs hat in den letzten Wochen mal wieder einen Blick in die Hölle geworfen und diesmal Wahlplakate aus Bremen gesammelt. Ein paar Adbustings sind zwar dabei, das meiste bewegt sich aber zwischen Realsatire oder einfach nur schlimm.

Nachdem ich bereits im letzten Europawahlkampf und bei der Hamburger Bürgerschaftswahl die schönsten „Wahlplakate from Hell“ präsentiert habe, habe ich auch zur Bremer Bürgerschaftswahl wieder einige schöne Motive drüben bei Twitter zusammengetragen. Hier nun alle auf einen Blick.

(via @olekeding)

Guerilla-Aktion im ICE: Info-Broschüre im Design der Deutschen Bahn gegen Racial Profiling

Foto: @padeluun

Die Deutsche Bahn legt Info-Broschüren gegen Racial Profiling im ICE aus? Notwendig wäre es, aber leider nein: Schöne Guerilla-Aktion, auch wenn der QR-Code (noch?) eine 404 ausspuckt und das DB-Logo unnötigerweise (absichtlich) falsch ist.

(entdeckt von padeluun; via @fasel)