Voltage Fluctuation Vol1 – Hamburger Nachtleben in GIFs

Seit 2016 duchstreift der Hamburger Fotograf Mark Broyer nachts seine Heimatstadt Hamburg und hält für seine Serie „After Hours“ ( Vol 1/2/3) menschenleere Orte in St. Pauli, Sternschanze, Neustadt und Altona fest. Ein paar Motive davon hat er jetzt in „Voltage Fluctuation Vol1“ als stimmungsvolle GIFs animiert. Hier eine komprimierte Auswahl und alle in voller Auflösung und Schönheit auf Behance.


(via LWDN)

Werbung trollt Werber

Das Plakat hängt zur Zeit in meinem Viertel Hamburg-Ottensen ca. 300 Meter von der Werbeagentur Scholz & Friends entfernt. Mich hat’s kurz zum Schmunzeln gebracht. Einige aus der Werbebranche finden es weniger witzig, reagieren mit Mimimi und einer Beschwerde beim Werberat. Einer nimmt’s immerhin sportlich. Und überhaupt: Life könnte noch viel bitterer sein.

Zum Hintergrund: Im gentrifizierten Ottensen sind Wohnungen schon lange knapp, insbesondere bezahlbare. Viele Anwohner waren dementsprechend wenig begeistert, als auf dem ehemaligen Zeise-Parkplatz in der Friedensallee nicht wie ursprünglich geplant 80 neue Wohnungen (die Hälfte davon Sozialwohnungen) gebaut wurden. Stattdessen entstand dort ein sechsgeschossiger Bürokomplex für den britischen Kommunikationskonzern WPP und dessen elf in Hamburg ansässige Agenturen, darunter Scholz & Friends.

Bushaltestellen, die zum Entscheiden auffordern

In der Hamburger Innenstadt haben Unbekannte einige Bushaltestellen in verschiedene Wartezonen eingeteilt („ich liebe männer“ vs „ich liebe frauen“ | „ich liebe fleisch“ vs „ich liebe tiere“). Für Unentschlossene wurde netterweise etwas Platz zwischen den Feldern gelassen, auch ein Spagat scheint möglich. Nur etwas schade, dass es (noch?) kein Video mit Wartenden bei ihrer Entscheidungsfindung gibt.

Falls jemand Haltestellen mit weiteren Themenfeldern entdeckt, gerne in den Kommentaren Bescheid geben.

(Fotos: Street Art School | via LWDN)

Schwarzer Mop will St. Pauli nach Schlagermove aufräumen, Polizei erteilt Putzverbot

Nachdem die Schanze nach dem G20 in einer gefeierten Putzaktion von Hamburger*innen aufgeräumt worden ist, hatten die netten Linksextremen von nebenan für den Schlagermove am vergangen Wochenende etwas Ähnliches für St. Pauli  geplant:

!Fight Ordnung with Ordnung!
Der Schwarze Block räumt auf mit vorherrschenden Ressentiments und dem Chaos des Schlagermoves. Am Samstag erwartet Hamburg wieder Schlagertrupps und alkoholisierte Horden die Dummheit und Ignorangst verbreitend durch die Straßen ziehen. Nach einer Nacht und einem Tag mackriger Feierei, sinnlosem Rumgegröhle, unkontrolliertem Alkohol- und Kackmusikkonsum und sexualisierten Übergriffen werden Teile der Stadt einem Schlachtfeld gleichen. Trümmer und Scherben prägen für gewöhnlich nach einer solchen Schreckensnacht das Straßenbild.
Doch wir, die netten Linksextremen von nebenan werden das mit Herz und Besen in Ordnung bringen. Der schwarze Block betont ausdrücklich, dass dies eine polische Aktion sein. Also zieht euch schwarz an und bringt Handbesen, Kehrblech und Müllsäcke mit. Join the Wischmob!
Treffpunkt ist Sonntag um 12 Uhr an der U-Bahnstation St Pauli
Keiner stoppt den linken Spass!

Doch als der schwarze Mop dann mit Besen, Kehrblech und Müllsäcken bewaffnet loszog, erklärte die Polizei die Aktion zur Demo, löste sie auf und erteilte Putzverbote

Begleitet von einer stetig wachsenden Anzahl Streifenwagen, die den rechten Fahrstreifen der Reeperbahn blockierend im Schritttempo neben uns herfuhren, sowie unter dem Applaus und den neugierigen Blicken und Fragen der Passanten, bewegten wir uns Müll sammelnd, kehrend, polierend und fegend langsam die Reeperbahn entlang. Auch auf dem Bürgersteig stieg die Zahl der Polizisten, und so musste es auf manche Passanten wirken, als passe die Polizei darauf auf, dass der Schwarze Block auch ordentlich saubermache. Ein Missverständnis, welches wir gerne vermieden hätten.

Gewissenhaft wurde mit Pfefferspray-Entferner, Kinderbesen und Zahnbürste jede noch so kleine Fuge gereinigt. Der Müll bestand aus den typischen Schlagermove-Überbleibseln: Plastikbechern, Limetten und anderen Cocktailresten, albernen Brillen und vor allem vielen vielen zerbrochenen Glasflaschen. Und wie um dem Klischee „Schwarzer Block = Radau“ Genüge zu tun, hatte einer der Teilnehmer einen Laubbläser mitgebracht und machte damit mächtig Lärm.

Doch so ganz schien es uns nicht zu gelingen, uns weit genug zu zerstreuen und damit den Veranstaltungscharakter unserer Reinigungsmühen vollständig zunichte zu machen. Und so schritt die Staatsmacht, die derweil auf beachtliche 14 Streifen- und vier Mannschaftswagen samt Inhalt angewachsen war, ungefähr auf Höhe des FC St. Pauli-Fanshops schließlich doch noch ein. Zunächst wurde der weitere Weg geradeaus durch eine Handvoll Bereitschaftspolizisten, diesmal mit Helm und in voller Montur, abgeriegelt. Gleichzeitig näherte sich von hinten ein beachtlicher Trupp weiterer Gewaltmonopolisten. Wir beide drückten uns ein wenig in der Gegend herum, versuchten keine Aufmerksamkeit zu erregen und hoben hier und da ein Konfettischnipsel auf.

Am Ende wurde uns verkündet, was wir schon ganz am Anfang gehört hatten: Wir seien eine Versammlung und hätten uns jetzt sofort, in Kleingruppen und in unterschiedliche Richtungen, zu zerstreuen. Dieses Mal alledings unter einer weiteren strengen Auflage: Absolutem Putzverbot.

(Fotos: Das Stefmarian | via FernSehErsatz)

In God w€ tru$t – Rocco und seine Brüder installieren Gebetsgeldautomat

Vor ein paar Tagen hat das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder in einer Berliner U-Bahn Station einen Geldautomat umgestaltet: Dabei wurde das EC-Symbol durch ein weiß leuchtendes Kreuz ersetzt und eine Gebetsbank installiert. Nicht nur die Berliner Polizei wunderte sich…

Mehr von  Rocco und seinen Brüdern findet ihr auf Facebook und Instagram.

Bonus: „The Last Ride“

Anlässlich des G20 Gipfels haben Rocco & Co. eine Riot Cop-Puppe in voller Montur im Beichtstuhl in einer S-Bahn durch Hamburg fahren lassen. (Ungeduldige springen zu Minute 2:25):

(via)

1000 Gestalten in Anzug und Lehm entern Hamburg zum G20-Gipfel

Der G20 Gipfel steht vor der Tür und Hamburg befindet sich im Ausnahmezustand. Am 5. Juli, zwei Tage bevor der Wahnsinn dann so richtig losgeht, werden bei einer Protestaktion 1.000 mit grauem Lehm eingeschmierte Menschen die Hamburger City entern und hoffentlich ein paar schön verstörende Bilder in die Welt hinaussenden.

Wer Teil der Aktion werden oder als Supporter und Spender helfen möchte, findet hier weitere Infos. Eine kleine Vorabperformance hat bereits am 17.6. stattgefunden, siehe Video unten.

Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Welche Bilder werden um die Welt gehen? Bilder einer abgeschotteten Elite in einer belagerten Stadt, Bilder von Konfrontation und Gewalt? Bilder, die vielen Menschen auf der Welt ein Gefühl von Ohnmacht geben?

Wenn es nach uns ginge, dann würde von diesem Gipfel ein Signal gelebter Solidarität zwischen Menschen und Völkern ausgehen, ein Zeichen für ein neues Miteinander. Eine selbstbewusste Zivilgesellschaft, die sich kritisch, aber konstruktiv und ideenreich mit dem Gipfel auseinandersetzt.

Wer sagt, dass das nicht möglich ist? Die Performance „1000 GESTALTEN“ am 5. Juli, zwei Tage vor dem Gipfel, ist die Chance, diese Bilder zu schaffen …

1000 GESTALTEN in Hamburg – am 17.06. war eine erste Delegation in der Innenstadt Hamburgs unterwegs. Werde auch du ein Teil!
Hamburg 05.07.2017 – G20-Gipfel
Unterstütze die Aktion als Gestalt, Helfer und Spender!
Werde ein Teil von uns auf http://www.1000GESTALTEN.de
Wir brauchen deine Spende: http://www.1000GESTALTEN.de/spenden/

(via urbanshit)

„Product of Environment“ – Einzelausstellung von Plotbot KEN in der Urbanshit Gallery

Die Urbanshit Gallery von Rudi hat eine feste Homebase in Hamburg gefunden. Zur Eröffnung der neuen Galerieräume im Small Space am Fischmarkt läuft dort noch bis zum 5. Mai eine Einzelausstellung mit dem Berliner Urban Art Künstler Plotbot KEN. Für diejenigen, die keine Möglichkeit haben vorbeizuschauen, habe ich auf der Vernissage ein paar Fotos geschossen. 

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