StattWerbung – Leben statt Reklame


Vimeo: Lüneburg statt Werbung (via urbanshit)  

StattWerbung – Leben statt Reklame“ aus Lüneburg, eine „Gruppe von Menschen, die etwas tun möchte gegen den Ausverkauf des öffentlichen Raumes“, kämpfen gegen Werbung, z.B. mit Stickern.

„Niemand soll immer mehr haben müssen.“ Was will Werbung eigentlich? Was zeigt Werbung eigentlich? Warum kenne ich mehr Werbeslogans als Gedichte? Wem gehört die Straße? Warum ist Werbung erlaubt und Kunst verboten? Was ist das gute Leben?

Recht auf Remix

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Ich muss den Blödsinn hier mal kurz für etwas Wichtiges unterbrechen: Die Digitale Gesellschaft e.V. hat letzte Woche eine Kampagne für ein Recht auf Remix gestartet, verbunden mit einer Petition, die ich gleich mal unterzeichnen werde. Denn dass das Urheberrecht in seiner jetzigen Form von vorvorgestern und kulturfeindlich ist, steht nicht nur für mich außer Frage. Ziel ist es, auch hierzulande eine Fair Use-Regelung zu bekommen. Auszug aus dem Manifest:

Wir leben in einem Zeitalter des Remix. Kreativität und Kultur bauten schon immer auf bereits Bestehendem auf. Internet und digitale Technologien ermöglichen aber die kreative Nutzung existierender Werke in völlig neuen Dimensionen: Nie zuvor war es so vielen möglich, Werke auf so unterschiedliche Arten zu verändern und so einfach anderen zugänglich zu machen. Mehr denn je gilt heute: „Everything is a Remix.“

In der klassischen Neuschöpfung tritt das Alte bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund. Remix als Kulturform zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass Altes im Neuen kenntlich bleibt. Remix ist eine kreative Kopie, die als solche erkennbar ist. In dem Maße, in dem die kreative Kopie Teil des kommunikativen Alltags breiter Bevölkerungsschichten wird, ist ein Recht auf Remix eine grundlegende Voraussetzung für die Kunst- und Meinungsfreiheit einer Gesellschaft. Unter einem Recht auf Remix verstehen wir ein Bündel aus drei digitalen Kreativitätsrechten:

Das Recht, Werke bei der Nutzung zu verändern und das Ergebnis öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Transformationsnutzungsrecht — Beispiel: Hintergrundmusik im Handyvideo).
Das Recht, Remixes von bestehenden Werken zu erstellen und diese öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Remixrecht – Beispiel: Fake-Trailer einer Fernsehserie).
Das Recht, gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung Remixes auch kommerziell zu verwerten. (Lizenzpflichtiges Remixverwertungsrecht – Beispiel: Verkauf von Musik-Mashup via iTunes)
Remix und Remixkultur müssen als zentrale Ausdrucksform einer digitalen Gesellschaft anerkannt werden. Ein Recht auf Remix erfordert jedoch auch Änderungen des Urheberrechts in Deutschland und auf europäischer Ebene.

Foto-Projekt: Studierende aus aller Welt in ihren Buden

studentenbuden
Um Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Ausbildung zu vermitteln, hat Henny Boogert für sein Fotoprojekt ImagesConnect Studierende in Kenia, Russland, Moldawien, Kuba, Indien, Bolivien, den Philippinen und Niederlanden in ihren Buden porträtiert und interviewt. Das auf dem Foto ist der 22-jährige Pankaj Yadav aus Indien, der vor 2030 die Geschäftswelt in seiner Heimat aufgemischt haben möchte.

Students throughout the world fight for the same ideal: to move forward, to make a career. As universal as this aim is, as universal is their housing. A bed, a small seating area, some posters on the wall and clutter on the ground. Another resemblance: parents in many countries put away any extra money to finance at least one of their children. They are often supported by siblings, uncles and aunts. And then that dream to move forward, to have a career, becomes a dream of more persons than just that one student on the photo.

(via PetaPixel)

Barack Obama spielt Daniel Day-Lewis spielt Barack Obama


YouTube: Steven Spielberg’s „Obama“

Der Einspieler beim diesjährigen Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus. Wer möchte, kann sich außerdem noch die Comedy-Einlagen von Obama („These days, I look in the mirror and I have to admit,I’m not the strapping young Muslim socialist that I used to be.“) und Conan O’Brien („Some people say print media is dying, but I don’t believe it. And neither my blacksmith“) in voller Länge anschauen. (via @oliverdasgupta & @dogfood)

Hausbesetzer-Graffiti in Berlin 1980-1984

graffiti-berlin-80er-2Reclaim Your City hat ein Special über Hausbesetzer-Graffiti in West-Berlin aus den 80ern mit Fotos von Manfred Kraft aus dem Umbruch-Bildarchiv  zusammengestellt. (via Just)

Berlin um 1980: Obwohl grosse Wohnungsknappheit herrscht, werden ganze Strassenzüge über Jahre entmietet um sie abzureissen und an ihrer Stelle Gross-Siedlungen zu errichten. Um ihren weiteren Verfall und den darauf folgenden Abriss zu verhindern und bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, werden von den hunderten leerstehenden Häusern etliche von HausbesetzerInnen in Beschlag genommen … Bis 1984 liessen sich viele der Häuser mit Verträgen legalisieren, der Rest wurde von der Polizei kompromisslos geräumt. Noch heute gibt es Hunderte von Hausprojekten in Berlin. Manche existieren als reine Wohnhäuser, aus vielen anderen ist eine stadtweite Infrastruktur aus Kunst- und Kultur-Zentren, Kneipen, Nachbarschafts-Läden, Party-Locations, Werkstätten, Kollektiv-Betrieben usw. entstanden.

Tropes vs Women in Video Games: Damsel in Distress


YouTube: Damsel in Distress: Part 1 – Tropes vs Women in Video Games

„Tropes vs Women in Video Games“, die crowdgefundete Video-Serie  von Feminist Frequency über Rollenklischees weiblicher Figuren in Videospielen, geht los. Im ersten Teil analysiert Anita Sarkeesian das weit verbreitete und immer wiederkehrende Motiv der „Damsel in Distress“, was soviel heißt wie „Fräulein in Nöten“. Begleitend zur Serie gibt’s noch das gleichnamige Tumblelog  „Tropes vs Women in Video Games“.

This video explores how the Damsel in Distress became one of the most widely used gendered clichés in the history of gaming and why the trope has been core to the popularization and development of the medium itself. As a trope the Damsel in Distress is a plot device in which a female character is placed in a perilous situation from which she cannot escape on her own and must then be rescued by a male character, usually providing a core incentive or motivation for the protagonist’s quest.

Guerilla-Renovierung der Müllerstraße 6 in München


YouTube: Renovierung Müllerstraße 6 (via Blogbuzzter)

Die Brass Band Moop Mama und Helfer wollen mit ihrer Guerilla-Renovierungs-Aktion unter dem Motto „Müllerstraße 6 – Hier renovieren wir für die Stadt München!“ exemplarisch zeigen, dass das als unrenovierbar deklarierte Haus erhalten werden kann und Aufmerksamkeit schaffen, um einen Neubau zu verhindern und damit bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Tolle Aktion, für ein Problem, das so nicht nur in München existiert. Aus der Videobeschreibung:

Die Gebäude auf dem Gelände Müllerstraße 2-6 sollen abgerissen werden, darunter das Eckhaus Müllerstraße 6, eines der wenigen erhaltenen Beispiele stilechter 50er-Jahre Architektur und städtebaulicher Fixpunkt an der Kreuzung Corneliusstraße. Die Stadt München möchte an dieser Stelle neue Wohnungen bauen. Die Kosten für den Neubau wurden im vergangenen Jahr von der Stadt recht vorsichtig mit 5,2 Millionen Euro beziffert. Planung, Grundstücksfreimachung, Abbruch, Außenanlagen, Ausstattung sind hier noch nicht eingerechnet, so dass das ganze Projekt nach sachverständiger Einschätzung mit mindestens 7 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Das Kommunalreferat sagt, eine Erhaltung des Gebäudes sei „nur mit ganz erheblichem Kostenmehraufwand“ möglich. Das glauben wir nicht. Wir von der „Goldgrund Family“, engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtviertel, glauben, dass die Stadt einen Großteil dieses Geldes sparen könnte, indem sie das bestehende Haus einfach renoviert und erhält. Die Gebäude sind nach Aussagen von Architekten keineswegs abbruchreif. Eine zeitgemäße Sanierung würde einen Bruchteil eines Neubaus kosten. Es ensteht zwar etwas weniger Wohnfläche, dafür aber kurzfristig und billig. Wir haben schonmal damit angefangen und in den vergangenen Tagen eine der Wohnungen grundsaniert: neues Parkett, neue Küche, neues Bad, und ansonsten einmal schönmachen. Das Ergebnis: eine „Goldgrund-sanierte“ Wohnung, nach der sich zehntausende Münchner Wohnungssuchende die Finger lecken würden… Das Ganze hat einen Bruchteil des Neubaus gekostet. Diese wurden in diesem Fall von uns getragen. Die Kosten der Modernisierung des gesamten Komplexes würden, nach unserer Einschätzung, maximal ein Fünftel des Neubaus betragen … Wohnraum muss her — je schneller desto besser. Würde man die jetzt bestehenden Gebäude sanieren, hätte man in einem halben Jahr 20 Wohnungen für kleines Geld. Das schafft zwar weniger Betongold für die Stadtbilanz, aber mehr Gold in den Herzen von akut Wohnungssuchenden…