Hausbesetzer-Graffiti in Berlin 1980-1984

graffiti-berlin-80er-2Reclaim Your City hat ein Special über Hausbesetzer-Graffiti in West-Berlin aus den 80ern mit Fotos von Manfred Kraft aus dem Umbruch-Bildarchiv  zusammengestellt. (via Just)

Berlin um 1980: Obwohl grosse Wohnungsknappheit herrscht, werden ganze Strassenzüge über Jahre entmietet um sie abzureissen und an ihrer Stelle Gross-Siedlungen zu errichten. Um ihren weiteren Verfall und den darauf folgenden Abriss zu verhindern und bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, werden von den hunderten leerstehenden Häusern etliche von HausbesetzerInnen in Beschlag genommen … Bis 1984 liessen sich viele der Häuser mit Verträgen legalisieren, der Rest wurde von der Polizei kompromisslos geräumt. Noch heute gibt es Hunderte von Hausprojekten in Berlin. Manche existieren als reine Wohnhäuser, aus vielen anderen ist eine stadtweite Infrastruktur aus Kunst- und Kultur-Zentren, Kneipen, Nachbarschafts-Läden, Party-Locations, Werkstätten, Kollektiv-Betrieben usw. entstanden.

Tropes vs Women in Video Games: Damsel in Distress


YouTube: Damsel in Distress: Part 1 – Tropes vs Women in Video Games

„Tropes vs Women in Video Games“, die crowdgefundete Video-Serie  von Feminist Frequency über Rollenklischees weiblicher Figuren in Videospielen, geht los. Im ersten Teil analysiert Anita Sarkeesian das weit verbreitete und immer wiederkehrende Motiv der „Damsel in Distress“, was soviel heißt wie „Fräulein in Nöten“. Begleitend zur Serie gibt’s noch das gleichnamige Tumblelog  „Tropes vs Women in Video Games“.

This video explores how the Damsel in Distress became one of the most widely used gendered clichés in the history of gaming and why the trope has been core to the popularization and development of the medium itself. As a trope the Damsel in Distress is a plot device in which a female character is placed in a perilous situation from which she cannot escape on her own and must then be rescued by a male character, usually providing a core incentive or motivation for the protagonist’s quest.

Guerilla-Renovierung der Müllerstraße 6 in München


YouTube: Renovierung Müllerstraße 6 (via Blogbuzzter)

Die Brass Band Moop Mama und Helfer wollen mit ihrer Guerilla-Renovierungs-Aktion unter dem Motto „Müllerstraße 6 – Hier renovieren wir für die Stadt München!“ exemplarisch zeigen, dass das als unrenovierbar deklarierte Haus erhalten werden kann und Aufmerksamkeit schaffen, um einen Neubau zu verhindern und damit bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Tolle Aktion, für ein Problem, das so nicht nur in München existiert. Aus der Videobeschreibung:

Die Gebäude auf dem Gelände Müllerstraße 2-6 sollen abgerissen werden, darunter das Eckhaus Müllerstraße 6, eines der wenigen erhaltenen Beispiele stilechter 50er-Jahre Architektur und städtebaulicher Fixpunkt an der Kreuzung Corneliusstraße. Die Stadt München möchte an dieser Stelle neue Wohnungen bauen. Die Kosten für den Neubau wurden im vergangenen Jahr von der Stadt recht vorsichtig mit 5,2 Millionen Euro beziffert. Planung, Grundstücksfreimachung, Abbruch, Außenanlagen, Ausstattung sind hier noch nicht eingerechnet, so dass das ganze Projekt nach sachverständiger Einschätzung mit mindestens 7 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Das Kommunalreferat sagt, eine Erhaltung des Gebäudes sei „nur mit ganz erheblichem Kostenmehraufwand“ möglich. Das glauben wir nicht. Wir von der „Goldgrund Family“, engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtviertel, glauben, dass die Stadt einen Großteil dieses Geldes sparen könnte, indem sie das bestehende Haus einfach renoviert und erhält. Die Gebäude sind nach Aussagen von Architekten keineswegs abbruchreif. Eine zeitgemäße Sanierung würde einen Bruchteil eines Neubaus kosten. Es ensteht zwar etwas weniger Wohnfläche, dafür aber kurzfristig und billig. Wir haben schonmal damit angefangen und in den vergangenen Tagen eine der Wohnungen grundsaniert: neues Parkett, neue Küche, neues Bad, und ansonsten einmal schönmachen. Das Ergebnis: eine „Goldgrund-sanierte“ Wohnung, nach der sich zehntausende Münchner Wohnungssuchende die Finger lecken würden… Das Ganze hat einen Bruchteil des Neubaus gekostet. Diese wurden in diesem Fall von uns getragen. Die Kosten der Modernisierung des gesamten Komplexes würden, nach unserer Einschätzung, maximal ein Fünftel des Neubaus betragen … Wohnraum muss her — je schneller desto besser. Würde man die jetzt bestehenden Gebäude sanieren, hätte man in einem halben Jahr 20 Wohnungen für kleines Geld. Das schafft zwar weniger Betongold für die Stadtbilanz, aber mehr Gold in den Herzen von akut Wohnungssuchenden…